transmediale/festival
face value

31.01.—04.02.2018
HKW, Berlin

transmediale 2018 face value

transmediale 2018 face value

In einem Ausstellungsprogramm, einer Konferenz, einem Film- und Videoprogramm sowie Performances und Workshops untersucht die transmediale 2018 face value die Werte und Wertschöpfungsprozesse, die zu den extremen politischen, ökonomischen und kulturellen Gräben unserer Gegenwart beigetragen haben. Das Festival wird kuratiert von Kristoffer Gansing (künstlerische Leitung), Daphne Dragona (Konferenzprogramm), Inga Seidler (Ausstellungsprogramm), and Florian Wüst (Film- & Videoprogramm).

Eine vollständige Liste der bislang bestätigten Teilnehmenden befindet sich weiter unten auf der Seite.

Highlight-Performance

Plague von James Ferraro
Musiker, Komponist und Konzeptkünstler James Ferraro wird seine neue Performance Plague als transmediale / CTM Festival-Konzert uraufführen – ein Choralstück mit szenografischen Elementen und Live-Visuals von Nate Boyce. Ferraros Plague dreht sich um eine Gesellschaft in der Zukunft, in der eine KI die Realität durch die Manipulation lebender Menschen simuliert – mit dem Ziel, das ultimative Konsumgut zu erschaffen. Während die KI sich bemüht, das wahre Menschliche nachzubilden, entstehen Spannungen zwischen dem emotionslosen Blick der Maschine und der Unvollkommenheit ihrer Nachbildung. Das Stück wird von der transmediale gemeinsam mit dem Abandon Normal Devices-Festival im Rahmen des Creative Europe-Netzwerks The New Networked Normal (NNN) produziert.

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Konferenzprogramm

face value dient dem Konferenzprogramm der transmediale 2018 als Ausgangspunkt, um die Krise von Politik, Werten und Bedeutungen in der heutigen ökonomisierten Welt zu thematisieren. Mit seinem Fokus auf die Zusammenhänge zwischen Kapitalismus und Rassismus, Neoliberalismus und Faschismus stellt das Programm die Funktionsweise andauernder ausbeuterischer Beziehungen heraus, die auf sozialen und kulturellen Unterschieden beruhen. Die Konferenz untersucht, wie Vorurteile und Diskriminierungsformen innerhalb der heutigen algorithmischen Kultur verstärkt werden, und prüft, auf welche Art und Weise Wertschöpfungsprozesse an der Zirkulation, Filterung und Kategorisierung von Informationen beteiligt sind. Mit Blick auf wiederkehrende und neu aufkommende Formen eines rassifizierten Kapitalismus lädt die Konferenz ihre Redner_innen ein, die damit verbundenen Phänomene und Prozesse zu erörtern, bestehende Gegenstrategien zu überdenken und über neue gemeinsame Territorien und Bündnisformen nachzudenken.

Ausstellungsprogramm

Territories of Complicity

Das Bild des Freihafens wird in Territories of Complicity als Ausgangspunkt genutzt, um zu erforschen, wie verdeckte Systeme, technologische Infrastrukturen und Ausnahmegebiete innerhalb globalisierter Netzwerke unsere wirtschaftlichen, soziopolitischen Wirklichkeiten formen. Die in dem experimentellen Ort für künstlerische Forschung gezeigten Projekte untersuchen derartige Strukturen und die vielfältigen Bedingungen, welche die Zirkulation von Gütern und die Bewegungen von Menschen bestimmen. Sie erforschen, wie Mobilität ökonomischen Wert schafft und wie dies mit unserer Vorstellung davon verbunden ist, wer und was wertvoll ist.

Ausstellungsprogramm

A Becoming Resemblance

Die Gastausstellung A Becoming Resemblance von Heather Dewey-Hagborg und Chelsea Manning untersucht neue Technologien der genomischen Identitätskonstruktion in Verbindung mit den gesellschaftlichen Zuständen unserer Zeit. Herzstück der Ausstellung ist die Installation Probably Chelsea, bestehend aus dreißig algorithmisch erzeugten Porträts von Manning – der Whistleblowerin, die Anfang des Jahres vorzeitig durch den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama aus dem Gefängnis entlassen wurde. Dewey-Hagborg hat die algorithmisch generierten 3D-gedruckten Porträts auf der Basis von Mannings DNA entworfen – extrahiert aus Wangenabstrichen und Haarproben, die diese aus dem Gefängnis schickte. Probably Chelsea macht deutlich, auf wie viele verschiedene Arten DNA interpretiert werden kann und wie subjektiv das Auslesen von Erbgut ist.

A Becoming Resemblance ist eine Kooperation zwischen der Fridman Gallery mit Roddy Schrock und transmediale.

Ausstellungsprogramm

Hate Library

Die Hate Library von Künstler Nick Thurston erforscht als öffentliche Referenzquelle die Sprache rechtsextremer politischer Gruppierungen und Parteien im europäischen Raum – insbesondere deren Nutzung von Online-Foren als Orte der Rekrutierung und der Kollaboration. Die miteinander verschränkten Elemente der Bibliothek vermischen Allegorie und Buchstäblichkeit miteinander, indem sie Texte als dokumentarische Kunstwerke auf einer symbolischen und sozialen Bühne des Lesens, Verstehens und Dialogs präsentieren. Das in der Hate Library abgebildete Quellenmaterial ist anstößig, banal und nur wenige Klicks entfernt. Es bleibt für Internetnutzer_innen weltweit öffentlich zugänglich und ist über die Metadaten der ausgestellten Sammlung nachvollziehbar.

Film- & Videoprogramm

Das von Florian Wüst kuratierte Film- und Videoprogramm der transmediale 2018 lenkt den Blick auf die Rolle von Sprache und Medien bei der Konstruktion von Fortschrittsnarrativen. Angesichts des Scheiterns progressiver demokratischer Modelle und sich immer stärker verbreitender traditionalistischer Ideologien soll durch eine umfassende Reflexion vorherrschender Vorstellungen von Individualität und Wettbewerb, kultureller Differenz und Identität eine Beschäftigung mit Wert und Werten möglich gemacht werden. Durch verschiedene Referenzen auf historische Ereignisse und aktuelle Entwicklungen verbindet die internationale Auswahl von experimentellen Kurz- und Dokumentarfilmen, theatralen Performances und abendfüllenden Filmen die kritische Analyse mit politischer Handlungsmacht und künstlerischen Visionen.

BestätigteTeilnehmer_innen:

Larry Achiampong & David Blandy, Christian Ulrik Andersen, Rosa Barba, Eric Baudelaire, Jonathan Beller, Berliner Gazette (Sabrina Apitz, Krystian Woznicki), Ryan Bishop, Zach Blas, Megan Boler, François Bucher, Magnus Bugge, CAMP (Shaina Anand & Ashok Sukumaran), Ruth Catlow, Geoff Cox, Florian Cramer, Aria Dean, Demystification Committee, Faisal Devji, Heather Dewey-Hagborg, James Ferraro, Rasmus Fleischer, Forensic Oceanography (Lorenzo Pezzani & Charles Heller), Zachary Formwalt, Alex Foti, Marc Garrett, Baruch Gottlieb, Max Haiven, Jan Peter Hammer, Stefan Heidenreich, Birgit Hein, Femke Herregraven, Yuk Hui, Juliane Jaschnow & Stefanie Schroeder, Vladan Joler, Jennifer Kamau, Sybille Krämer, Lawrence Lek, Ewa Majewska, Oscar Mangione, Svitlana Matviyenko, Marian Mayland, Diana McCarty, Dan McQuillan, Angela Nagle, Lisa Nakamura, Stefan Panhans & Andrea Winkler, Jussi Parikka, Yuri Pattison, Marta Peirano, Nelly Yaa Pinkrah, Plan C (Nadia Idle & Keir Milburn), Nina Power, Lisa Rave, Roee Rosen, Stefan Rusu, belit sağ, Nishant Shah, Eric Snodgrass, Anna-Sophie Springer, Ana Teixeira Pinto, Cassie Thornton, Nick Thurston, Penny Travlou, Triple Canopy (Matthew Shen Goodman & Caleb Waldorf), Etienne Turpin, Françoise Vergès, Michelle Williams Gamaker

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